Vorwort:
Am Anfang war das Wort, und das Wort lag beim Gelehrten Kliemt. Gemeinsam mit ihm erlebten wir, eine Gruppe von 21 Schülern, das Charisma der ewigen Stadt auf eine kulturelle und kulinarische Weise, wie sie sich kaum jemand von uns hätte erträumen können. Daher bedanken wir uns alle recht herzlich bei Herrn Kliemt sowie bei Frau Linz, die ihrer Rolle als „Hirten“ in vollem Maße gerecht wurden.
Reisebericht:
Am 15.02.2026 startete die Reise ins Unbekannte. Ohne Verspätungen und mit voller Vorfreude erreichten wir gegen 20 Uhr den Flughafen „Rom-Fiumicino“. Schnell machten wir uns auf den Weg, um unser Hotel aufzusuchen, und nach kurzem Auspacken wurde es dringend Zeit, das erste italienische Essen zu genießen. Beflügelt von dem deutlich wärmeren Wetter sowie dem regen Treiben auf den Straßen, bekamen wir einen ersten Eindruck von der „Dolce Vita“. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht fanden wir uns am nächsten Morgen mit einem Tagesprogramm konfrontiert, das selbst den Lauf von Marathon nach Athen in den Schatten stellte. Die „Piazza del Popolo“ ist der nördliche Eingang der antiken Altstadt. Von dort aus bietet sich eine malerische Aussicht auf Rom, und man kommt in den Genuss der ästhetischen Symmetrie, die fluchtpunktartig auf das italienische Nationaldenkmal zuläuft. Begleitet von exzellentem Wetter erkundeten wir das antike Herz der Stadt. Neben beeindruckenden Monumenten aus der Antike wie der „Ara Pacis“, dem Pantheon oder der Marc-Aurel-Säule bekamen wir auch eine Vielzahl herrlich verzierter Kirchen zu Gesicht, von denen eine pompöser als die andere war. Natürlich durften auch die „Touristen-Hotspots“ wie die „Spanische Treppe“ oder das „Vittorio Emanuele II“ (Nationaldenkmal) nicht fehlen. An diesem Tag gewannen wir einen ersten Eindruck dieser pulsierenden Stadt, in der die Vergangenheit zum Greifen nah ist.
Am darauffolgenden Tag wurde uns die Eigenart des italienischen Frühstücks zuteil: Von wegen deftig oder nahrhaft – in Italien isst man süß und zuckerreich. Nach diesem Zuckerschock stand der Weg zum Epizentrum der katholischen Christenheit an – dem Vatikan. Ohne lange Wartezeit an den Sicherheitskontrollen des Petersdoms gelangten wir ins Innere der monumentalen Kirche. Das Highlight ist die Kuppel mit einem Innendurchmesser von ganzen 42 Metern und einer Höhe von 136 Metern. Besonders der Ausblick von der Kuppel beschert einen atemberaubenden Blick über ganz Rom.
Neben dem Petersdom und vorbei an der Schweizergarde befindet sich der deutsche Friedhof, auf dem Pilger deutscher Herkunft, die in Rom verstarben, beerdigt wurden. In dieser kleinen Oase der Ruhe liegt auch eine Person aus Münstermaifeld begraben. Besonders an diesem ruhigen Ort, der im Kontrast zu den touristischen Attraktionen steht, wird einem erst der wahre Charme der Stadt bewusst.
Ebenfalls im Tagesprogramm enthalten waren die wohl berühmtesten Museen und Kunstwerke. Die Sixtinische Kapelle, die Stanzen Raffaels, Renaissance-Malerei, die Statue des Augustus – all diese Werke, die man sonst nur aus Schulbüchern kennt, wurden hier lebendig. Als sich der Tag dem Ende neigte, stand nur noch die Engelsburg auf dem Programm, die den damaligen Päpsten als Festung diente. Direkt am Tiber gelegen und in direkter Sichtachse zum Petersdom genossen wir dort den Ausblick in der Abenddämmerung.
Zur Blütezeit des Römischen Reiches im 1./2. Jahrhundert hatte Rom nach heutigen Schätzungen rund eine Million Einwohner. Doch wie versorgte man diese Massen? Diese Fragestellung begleitete uns am Mittwoch, an dem wir die antike Hafenstadt „Ostia Antica“ besuchten. Diese weitestgehend erhaltene Hafenstadt fungierte als „Logistikzentrum“, um die Bürger mit Getreide und anderen Gütern zu versorgen. Gepflasterte Straßen, abgegrenzte Wohneinheiten, eine Feuerwehr und Gasthäuser – all das, was wir heute als selbstverständlich ansehen, gab es bereits vor 2000 Jahren.
Nach dem Rundgang mit dem Universitätsgelehrten Kliemt nutzten wir die Gunst der Stunde und fuhren mit der Bahn ans Meer. Am späten Nachmittag erreichten wir erneut Rom, und trotz der anstrengenden Reise hielt es Herrn Kliemt nicht davon ab, seinen Bildungsauftrag zu erfüllen: Uns wurden weitere wichtige Kirchen gezeigt.
Der Donnerstag markierte den krönenden Abschluss: das Kolosseum, das Forum Romanum und die Kapitolinischen Museen. Vom mächtigen und eindrucksvollen Kolosseum ist nach heutigem Wissensstand nur noch etwa ein Drittel erhalten. Diese Information lässt einen noch demütiger werden, wenn man vor diesem Bauwerk der Superlative steht.
Direkt daneben lag die Residenz des berühmten Kaisers Augustus, der von seinem erhabenen Hügel aus direkt auf das antike Zentrum blicken konnte. Von seinem Palast aus fällt eine riesige, brachliegende rechteckige Fläche ins Auge. An dieser Stelle stand früher der berühmt-berüchtigte „Circus Maximus“, in dem die antiken Wagenrennen stattfanden. Ein weiteres Highlight war das bereits erwähnte Forum Romanum, das das politische, religiöse und kulturelle Zentrum der Stadt darstellte.
Besonders im Herzen der Stadt wird einem eine gewisse Ambivalenz zuteil: Auf der einen Seite ist man zutiefst beeindruckt von dem, was Menschen erbauen und erschaffen können, andererseits scheint dafür ein gewisser Drang zu Größenwahn und Ruhmesdarstellung unabdingbar zu sein. Den letzten Abend verbrachten wir in geselliger Runde im Hotel und feierten die vergangenen Tage.
Die Heimreise verlief ohne jegliche Verspätung. Jeder, der die Möglichkeit hat, Rom zu besuchen – sei es auf Studienfahrt oder privat – sollte dies unbedingt tun. Die Erfahrung ist es wert! Besonders wenn man jemanden wie Herrn Kliemt dabei hat, kommt man auch abseits der Touristen-Hotspots auf seine Kosten.
Deshalb: Nehmt die Chance wahr und fahrt mit nach Rom.
„Omnes viae Romam ducunt“






