Im Rahmen unserer Projekttage nahmen wir an einem besonderen Projekt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge teil: „Soldatenfriedhöfe in Frankreich“, in dem wir uns um die Instandhaltung eines deutschen Soldatenfriedhofes in Noyers-Pont-Maugis (nahe der Stadt Sedan) kümmerten. Insgesamt dauerte unser Projekt vom 08.06.2026 bis zum 12.06.2026. Obwohl unsere Unterkunft in Bouillon (Belgien) war, verbrachten wir die meiste Zeit in Frankreich.


Durch diese Erfahrung bekamen wir neue Einblicke in die Geschehnisse der beiden Weltkriege.
Der Erste und Zweite Weltkrieg sind wohl die größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Als Schüler besaßen wir bis zur Exkursion nach Noyers-Pont-Maugis ein ereignisgeschichtliches Verständnis der Kriege, in welchem Zahlen, Fakten und Daten unser Verständnis prägten. Seit dieser Woche sind wir jedoch um einige Erfahrungen bereichert worden, da uns der Aufenthalt zeigte, dass zu jeder Zahl im Sterberegister ein menschliches Individuum mit zahlreichen Hinterbliebenen gehört, das dieser Welt auf immer und ewig entrissen wurde.
Jeder, der Noyers-Pont-Maugis einmal besucht, wird sich der Bedeutung des Datums 9.6.1940 bewusst, an welchen mehrere tausend deutsche Soldaten starben. Die Überquerung eines Flusses, von der man im Schulbuch liest, lässt sich vor Ort anhand der zahlreichen Toten hautnah nachempfinden. Geschichte fühlte sich dabei so nah an wie nie.
Ein weiterer erwähnenswerter Punkt, der vor allem den Zweiten Weltkrieg betrifft, ist jener in Bezug auf die Sterbedaten. Als ob die Perversion des Krieges nicht schon genug Menschenleben gekostet hätte, fällt vor allem in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges auf, dass vermehrt junge, sogar minderjährige Menschen verheizt wurden, um den angeblichen „Heldentod“ zu sterben. Auch die älteren, schon nicht mehr tauglichen Männer blieben nicht verschont und wurden eingezogen.
Heute können wir uns glücklich schätzen, dass wir nicht nachempfinden müssen, wie ein solch grausamer Krieg aussieht. Welche Folgen ein solcher „totaler Krieg“ haben kann, zeigen jedoch vor allem die zahlreichen jungen Menschen, die für die Wahnvorstellung des sogenannten Endsieges ihr Leben lassen mussten.

In den fünf Tagen unseres Aufenthalts in Frankreich bzw. Belgien verbrachten wir drei Tage auf dem Friedhof von Noyer-Pont-Maugis und ein Tag bestand aus einem Ausflug auf einen sehr imposanten amerikanischen Soldatenfriedhof und der Besuch eines Hügels, welcher im Krieg weggesprengt wurde und auf welchem man heute noch die Krater der Sprengungen sehen kann (Butte de Vauquois).
Unsere Gruppe bestand aus zehn Schülern, acht Schülerinnen und unseren Lehrern Georg Krautz und Stefan Kliemt. Zusammen mit Dennis Köppl, der für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge arbeitet, haben wir auf dem Friedhof gearbeitet. Wir übernahmen verschiedene Aufgaben, um die Gräberstätte zu pflegen. Die Namenstafeln der verstorbenen Soldaten waren nur noch schwer lesbar, weshalb unsere Hauptaufgabe darin bestand die Inschriften mit einem speziellen weißen Edding nachzufahren. So konnten wir insgesamt 1416 Namenszüge auffrischen.
Außerdem kümmerten wir uns um das Säubern der Friedhofsmauer und konnten im Ganzen 169m der Mauer von Moos befreien. Dafür wurden Drahtbürsten und Spatel genutzt, da die Mauern teilweise sehr stark bewachsen waren. Am Ende wurde dann das abgelöste Moos mit dem Laubbläser entfernt.



Wir danken Dennis Köppl, Herrn Kliemt und Herrn Krautz, die uns das Projekt „Soldatenfriedhöfe in Frankreich“ ermöglicht haben, sowie uns durch das Projekt stets begleitet und belehrt haben.
Wir danken besonders der PSD Bank, Lotto Rheinland-Pfalz, dem Rotary Club Mayen, dem Lions Club Vallendar, und einem privaten Ehepaar, welche unser Projekt finanziell wohlwollend unterstützt haben und ohne deren Engagement das Projekt in dieser Form nicht hätte stattfinden können.
Ein weiterer Dank gilt den Zuständigen des Soldatenfriedhofs in Noyers-Pont-Maugis Christophe und Eric, die uns mit ihrem Equipment, Wissen und Herzlichkeit in der Woche zur Seite standen.
Ein besonderer Dank geht ebenso an Johannes Altmeyer, der uns die persönliche Familiengeschichte seines kriegsgefallenen Großvaters Josef Eckle berichtet hat und wie er mit Hilfe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Lebensweg des Opas rekonstruieren konnte. Auch seiner guten Freundin, der Professorin Marie-Odile Bartelémy, die ebenfalls einen Beitrag zur Familienrecherche geleistet hat, danken wir.

Unseren herzlichen Dank ebenso an unseren Schulleiter Herrn Dr. Schnell, dem Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. für die Landesverbände Rheinland-Pfalz und das Saarland Herrn Baus, sowie dem Stadtbürgermeister von Münstermaifeld Herrn Krämer für deren Tagesbesuch bei unserem Projekt in Frankreich. Sie haben sich vor Ort persönlich einen guten Eindruck von den Arbeiten machen können.
Abschließend wollen wir uns herzlich bei den drei netten Soldaten der Bundeswehr bedanken, die uns täglich tatkräftig unterstützt haben. Sie fuhren uns mit den von der Bundeswehr bereitgestellten Busse unter anderem zur Unterkunft und den verschiedenen Friedhöfen. Außerdem übernahmen sie freiwillig eine der wichtigsten Aufgaben für die Gruppe: Sie kochten unermüdlich für uns.

Zusammenfassend war es eine sehr lohnenswerte Erfahrung, die wir alle wiederholen würden. Sie hat uns gezeigt wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und sie zu erhalten. Zum Zeichen unseres Gedenkens legten wir an einem Grab symbolisch einen Kranz nieder, begleitet von Gesang von Herrn Kliemt. Für viele von uns war dies sicherlich einer der emotionalsten Momente.

Unser Beitrag zum Schulfest war ein toter Baumstamm, welcher die Kameraden die auf den Soldatenfriedhöfen liegen symbolisieren soll. Der tote Baumstamm war mit neuen frischen Ästen bestückt, welche uns junge Menschen als Hoffnungs- und Friedensträger darstellen sollen. Den Baum und die Wände dahinter schmückten wir mit Postkarten, welche den Friedhof in Noyers-Pont-Maugis zeigen. Auf den Postkarten stehen unsere Gedanken und Eindrücke zu den Ereignissen unseres Projektes und der damaligen Zeit. Außerdem verfassten wir zu manchen Frontbriefen, die einzelne Schicksale von Soldaten im ersten Weltkrieg erzählten, persönliche Antworten und stellten diese aus.

Text: Jim Lenz

